Die Alpen sind ein einzigartiger Lebensraum für Menschen und Tiere. Es ist unsere Aufgabe, diesen kontinuierlich zu Schützen. Mit dem Alpenplan wurde 1972 ein Instrument zur nachhaltigen Nutzung des bayrischen Alpenraums geschaffen, um den Bau von Bergbahnen, Skiliften und Straßen einzugrenzen. Dieser ist nun gefährdet!
Vorweg: Es wichtig jetzt Initiative zu ergreifen. Was ihr tun könnt, teilt den Beitrag, erzählt es Freunden und beteiligt euch an der Petition zur Rückwandlung des Alpenplans und Baustopp der Seilbahn am Riedberger Horn (siehe nachfolgenden Text).

Diese Initiative wird von mir und mehr als 100 Outdoor-Bloggern unterstütz – mach du dich auch für den uneingeschränkten Erhalt des Alpenplans stark. #BloggerproAlpenplan


Die Alpen:

Mit 190.000 km² (1.200 km lang und zwischen 150 – 250 km breit), erstreckt sich das Alpengebierge durch das Herz Europas. Die Alpen beherrbergen ca. 30.000 Tier- und 13.000 Pflanzenarten. Von den 128 4.000er Gipfeln gehört der Mont Blanc zu den höchsten.
Die Gletscher der Alpen bilden zudem das größte Wasserreservoir Europas. Die Bergwälder der Alpen sind wesentlicher Bestandteil zur Erhaltung der Klimastabilität, der Luftreinigung und bedeuten Erosionsschutz. Die Alpen gehören zu den 238 wichtigsten Ökoregionen weltweit!

Vor 200 Millionen Jahren erstreckte sich das Thetys-Meer – dort, wo heute viele der hohen Gipfel aufragen. Es siedelten sich Algen, Korallen und Muscheln in diesem Meer an, die Kalk ablagerten. Die Entstehung der Alpen selbst begann vor 100 bis 20 Millionen Jahren. Mit der Kontinentalverschiebung drückte die afrikanische auf die europäische Kontinentalplatte. Das Gestein wurde mit einer gewaltigen Kraft gefaltet und empor gedrückt, sodass sich vor ca. 30 Millionen Jahren ein Gebirge von bis zu 30 km Höhe auftürmte – die alpidische Hebung.

Heute kommen zu den 13,9 Millionen Einwohnern jährlich 120 Millionen Touristen in die Alpenregion. Dies ist eine ständige Belastung für die Natur, die es gilt zu schützen.


Die Schutzzonen des Alpenplans
:
Zone A: In der Verkehrsvorhaben wie Seilbahnen oder Straßen landesplanerisch grundsätzlich unbedenklich sind.
Zone B: In denen Verkehrsvorhaben nur unbedenklich sind, wenn dies im Einzelfall im Hinblick auf landesplanerische Vorgaben geprüft wurde.
Zone C: In der abgesehen von sog. landeskulturellen Maßnahmen (Alm- und Forstwege) Verkehrsvorhaben landesplanerisch unzulässig sind.

Während also infrastrukturelle Erschließungen in den Zonen A und B unter bestimmten Voraussetzungen möglich sind, bleiben sie in der Zone C grundsätzlich ausgeschlossen. Auf diese Weise wird die einzigartige Bergwelt wirksam geschützt. Und nicht zuletzt ist damit auch die Basis für einen naturnahen Tourismus und für alle bergsteigerischen Aktivitäten gesichert.

Aufweichung des Alpenplans am Riedberger Horn:
Leider wurde nun nach über 45 Jahren das Schutzgebiet des Alpenplans aufgeweicht, um den Ausbau des Skigebiets Riedberger Horn zu ermöglichen.
Das Riedberger Horn liegt in den Allgäuer Alpen und ist 1.787 Meter hoch.
Hier sollen zwei kleine Skigebiete mit einer sogenannten Skischaukel (Seilbahn) verbunden werden, um attraktiver für den Tourismus zu werden. Da das Gebiet in der Schutzzone C des Alpenplans liegt und der Bau einer Seilbahn verboten ist, wurde das Gebiet nun aus der Schutzzone herausgenommen.
Mit der neuen 3,35 Kilometer langen Piste und der Zusammenlegung mittels Seilbahn werden es insgesamt 44,35 Kilometer Piste, welche sich als Konkurrenz zu den Skigebieten aus Österreich etablieren sollen.

So beschloss am 9. November 2017 der bayrische Landtag, angeführt von der CSU, die Änderung des Landesentwicklungsprogramms (LEP) und damit die Aufweichung des Alpenplans. Wo auf 1600 Meter bisher keine Seilbahnen gebaut werden durften, ist es jetzt mit der Verschiebung der Schutzzone möglich. Die entfernten 80 Hektar am Riedberger Horn aus der Schutzzone C werden mit einer Ergänzung von 300 Hektar an einer anderen Stelle ersetzt.
Sachverständige führen jedoch aus, dass die alten und neuen Flächen hinsichtlich ihrer ökologischen Qualitäten nicht miteinander zu vergleichen sind.

Zuvor haben sich am 16.9.2016 die etwas mehr als 1000 Wahlberechtigten in den Gemeinden Balderschwang und Obermaiselstein in einem umstrittenen Bürgerentscheid mit 85% bzw. 68,3% für den Bau der Seilbahn gestimmt. Im Allgäu gibt es jedoch eine starke Gegenbewegung gegen den Ausbau des Skigebietes. In einer repräsentativen Umfrage haben sich 91% der befragten Bayern für den Erhalt des bayrischen Alpenplans ohne Ausnahmen für weitere Skigebiete ausgesprochen.

Mittels einer neuen Seilbahn sollen zwei Skigebiet verbunden werden. Dabei gilt der Bau als umstritten, denn das Skigebiet in der geringen Höhe nicht als schneesicher gilt und Zweifel am großen Tourismuszuwachs lässt.
Die Sorge ist zudem, dass mit der Schneeunsicherheit (Studie des Alpenvereins) der Drang nach einem Ausbau von weiteren Eingriffen steigt, um mittels Schneekanonen sowie dem Bau eines Stausees zur Wasserversorgung die Umwelt weiter beeinträchtigt wird. Die geplante Seilbahn am Riedberger Horn verläuft zudem mitten durch eines der größten Vorkommen des Birkhuhns in Bayern. Der Bau von Lift und Piste bedroht diese streng geschützte Vogelart massiv.

Der Heimatminister Söder dazu: „Der ländliche Raum ist kein Museum, sondern der ländliche Raum ist Zukunftsraum, den wir in Bayern stärken und erhalten wollen.” Die Änderung hält er weiterhin nur für einen Einzelfall.
Doch die Änderung wäre ein Präzedenzfall für weiteren Erschließungsvorhaben. Deswegen haben einige Verbände bereits Klage gegen das Projekt angekündigt.

Quellen und weiterführende Links:

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