St. Jacobs
St. Jacobs Farmers’ Market: Hier gibt es vom Schnitzelbrötchen bis zur deutschen Musik-CD, alles wofür das deutsche Herz schlägt. Man spricht deutsch, da die Händler deutsche Flüchtlinge, Amisch und später Mennoniten sind. Hunderte von Händlern bringen frische Waren – auch Sachen zum Sofortverzehr. Zu beachten sind die folgenden Öffnungszeiten:
Do und Sa, alljährlich von 7–15:30 Uhr
Di, Sommer Markt, 14 Jun–30 Aug von 8–15 Uhr

Hier kann Donnerstags um 7 Uhr ein Schaf oder Kuh erworben werden – Wer noch Reisebegleitung sucht oder einfach nur den Mennoniten beim Viehhandel zugucken möchte? 7 Uhr im Gebäude neben den Markthallen, wo es muht und mäht wird man fündig.

Jakobstettel, wie es früher genannt wurde, gilt als sehenswert aufgrund des Mennoniten-Flair. In Pferdekutschen vorbeifahrende Männer mit einem Vollbart, Frauen mit einem Häubchen in langröckigen Kleidern und langen Ärmeln. Das Flachland im Westen der Grand River ist besiedelt von Mennoniten, die in den 1790er Jahren aus den USA auswanderten (aufgrund ihrer pazifistischen Überzeugung, die Zorn bei ihren Nachbarn während der Amerikanischen Revolution weckte). Ursprünglich kamen diese ethnischen Mennoniten aus Europa. So gut wie alle traditionellen Mennoniten, die heute noch mit der Kutsche fahren und einen deutschen Dialekt sprechen, sind ethnische Mennoniten.

Mennonitenland
Mennonitenland

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Kennzeichnend ist die Schlichtheit im Lebensstil und in der Farmarbeit. Entscheidend ist der Glaube, das Leben ist die Bibel. Jede der Gemeinden ist demokratisch verfasst. So werden sämtliche Entscheidungen in den Gemeindeversammlungen getroffen. Bei diesen werden ebenfalls Prediger oder Pastoren gewählt.

Von den 32 % der Mennoniten in Nordamerika leben die meisten modern und weltoffen. Wir sehen sie in Autos und auch in den Warteschlangen des Tim Hortons. Am Tennisplatz im Gemeindepark von Glen Allan an dem wir übernachten, sehen wir vor dem Einschlafen Mennoniten Teenies in Röckchen und Haube, die mit dem Auto vorfahren zum Tennis spielen.

Glen Allan
In Glen Allan steht neben dem Tennisplatz eine Informationstafel: Anfang des Jahres 1833, gab es eine Immigrationswelle von afroamerikanischen Flüchtlingen, da befreite Sklaven aus den Nordstaaten flohen und ansiedelten in Glen Allan, damals Queen’s Bush. Einst war es die größte Siedlung in West Kanada. In den 1840er Jahren ordnete die Bezirksregierung an, dass die landwirtschaftlichen Flächen, die sie mühselig geklärt hatten, abgekauft werden müssten. Das konnten die Siedler sich nicht leisten. So hat 1850 die Migration aus Queen’s Bush begonnen. Nun sind es Ackerflächen der Mennoniten.

Conestogo Lake Conservation Area
Conestogo Lake Park ist im Mennonitenland. Ein Halt auf dem Damm mit Knipser von dem Reservoir mit Blick auf den Fluss und Wald und Farmen lohnt sich. Sicherlich lassen sich hier auch Tage verbringen, da es auch hier nicht an Freizeitequipment-Verleihen mangelt.

Martin und Tatjana

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