Norris Point
Erstmal die Beine lang machen bei einem Spaziergang am Strand von Norris Point. Achtung, der verführt zum Steine sammeln: rot, grün, blau.

Tablelands
Auf zu den Tablelands – vor einer halbe Billion Jahre produziert und das Resultat des Zusammenstoßes zweier Kontinente – sichtbar ist das Innere der Erde. Der Erdmantel zeigt sich hier, der sonst nur tief unterm Ozean für ich weiß nicht wen zu sehen ist. So können wir bei Sonnenschein auf den Innereien der Erde entspannen.


Trout River
Die Wettervorhersage sagt Sonne voraus. Wir starteten mit einer 14 km langen Tour entlang des Trout River, inmitten einer zwei geteilten Welt. Links – orangene, rechts pechschwarze Berghänge. Diese beeindruckende Umgebung entstand bei tektonischen Verschiebung und wurde vom damaligen Meeresgrund hinauf gehoben.


Green Gardens
Da wir noch nicht genug hatten, brachen wir nach einem Mittagessen zur zweiten Etappe auf: Green Gardens, Grüne Gärten. So nennt sich der 17 km lange, steile Wanderweg entlang der Küste. Wir halbierten die Strecke indem wir unser Nachtlager am Strand aufschlagen. Der blumenbewachsene Weg führt an schwarzen Klippen entlang. Einige Lava Gesteinsformationen, die bis ins Meer reichen, bilden Höhlen. Die Hänge sind mit hohen Gräsern und lila, gelben Wildblumen bewachsen. Wilde Erdbeeren, Himbeeren wachsen am Wegesrand. Sie versüßen uns die Pausen. Der Wanderweg ist unerwartet anspruchsvoll. Ein langer Tag …


Woody Point
Nach dem steilen Anstieg, unserem Rückweg zum Auto am Morgen, lassen wir es ruhig angehen. Wir legen eine Weile die Füße hoch am Hafen von Woody Point. Blauer Himmel; die Sonne scheint. Zwei Mädchen, ungefähr 6 und 10 Jahre alt, mit ihrem Papa erregen unsere Aufmerksamkeit. Die Kleinen holen bei jedem zweiten auswerfen der Angel einen Fisch raus. Alle Welt redet von den Fischfanggebieten Neufundlands. Wir wissen wieso. Wir dürfen ran. Verrückt, das geht so einfach: Knopf drücken. Angel schwingen. Knopf loslassen. Fisch kurbeln. Direkt beißt der Fisch an. Wir sichern uns 4 unglaublich saftige Makrelen-Filets. Wer jetzt noch Fisch aus der Dose essen will, hat irgendwas nicht verstanden.


Ebenso komme ich zu einer Mountainbike-Tour! Wir haben den Tipp bekommen auf welchen Wanderwegen man mit dem Bike seinen Spaß haben kann: Stuckless Pond Trail
Der Trail beginnt am Stuckless Pond/Lomond River Parkplatz, kann aber genauso bis zum Lomond Cove Camping Platz ausgedehnt werden. Die knapp 9-11km Route geht entlang des Sees und ist vom Schwierigkeitsgrad einfach bis mittel. Das Terrain ist wurzelig, es geht über viele kleine Hügel und Schotter-Abschnitte. Der Weg verläuft mitten im Wald und wird auf dem Rückweg zum Campingplatz anspruchsvoll, da einige steilere Passagen auf einen zu kommen. Mir hats Spaß gemacht!

Das war gut, denn den Tag darauf regnet es in Strömen. Wir nutzen dies für den geplanten Besuch in dem Naturkundemuseum des Parks. Eintritt frei. Unsere Gesteinskunde fördern. Es gibt so viel über unsere Erde zu lernen. Welche Gesteinsformen gibt es, was entstand über die Zeit und wie ist es hier zur Erdoberfläche gehoben worden. Es ist wie Schule nur besser 😉

Da unsere Beine Erholung brauchen, beschließen wir am nächsten Tag weiter Richtung Norden zu fahren – eigentlich nicht, wir spazieren an unserem Leuchtturm. Hier haben wir schon 3 mal genächtigt während unseren Aufenthalts.


Green Point
Eine 10 Uhr Führung zum Thema Gestein aus der Entstehungsgeschichte unserer Erde steht auf dem Plan. Hier ist Gestein und Fossil aus der Zeit von vor 436 und 550 Millionen Jahren zur Erdoberfläche gehoben worden. 2000 wurden die Klippen von Green Point als Grenze zwischen dem Kambrium und Ordovizium identifiziert. Das Kambrium ist eine Epoche der Erdgeschichte. Während dieser Zeit entstanden die kambrischen Explosionen infolge veränderter Umweltbedingungen im Meer, z. B. erhöhter Sauerstoff-Anteil, und somit der beginn fast aller heutigen Tierstämme.
Zu Beginn des Ordoviziums war es in Nähe des Äquators wahrscheinlich warm. Auch aus den Gebieten des damaligen Südpols sind keine Vereisungen bekannt. Am Ende des Ordoviziums kam es jedoch zu einer der größten Vereisungen. Sie betraf einen großen Teil der Südhalbkugel. Die Grenzsequenz ist 60 m dick. Sie besteht aus Krustentier- und Kalksteinschichten, die um 70 Grad südöstlich gedreht sind. Es hat Jahrhunderte gedauert bis eine dieser Schichten aus Stein oder Tier so zusammendrückt, sichtbar wurde. Die Führung hat sich mehr als gelohnt.


Für uns geht es danach weiter, mit großen Schritten Richtung Nordkap der Insel. Dem Ende Neufundlands, und dem Beginn einer neuen Geschichte entgegnen.

😉
Tatjana und Martin

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

%d Bloggern gefällt das: